Im August 2009 wurde zwischen Tonndorf und Rahlstedt das Streckengleis Hamburg - Lübeck erneuert.
Das ist naturgemäß mit sehr viel Lärm verbunden und nicht zu überhören. Als altgedienter Baueisenbahner interessierte mich das natürlich. Wenn ich mit Toby Gassi gehe, lenke ich schon mal meine Schritte in die Nähe der Bahn. Bei km 55 wurde zwar nicht gebaut, aber dort hat man mehrere hundert Meter unverbaute Sicht auf die Gleise, wogegen an vielen anderen Stellen alles mit Lärmschutzwänden zugebaut ist. Bei km 55 gibt es einen rund 30 Meter breiten unverbauten Streifen, wie er oben auf dem Foto zu erkennen ist. Links hinter dem ICE, der übrigens wegen der Bauarbeiten links nach Lübeck fährt, ist eine Lärmschutzwand. Rechts ist eine Mauer, die ein Industriegebiet sichert. Hinter der Mauer betreibt die Stadtreinigung Hamburg einen Recyclinghof. Die Mauer ist ungestörtes Übungsgebiet für Graffiti-Künstler oder für die, die sich dafür halten. Ich bin schon häufiger an diesen "Kunstwerken" vorbei gegangen, ohne davon groß Notiz zu nehmen. Aber eines Tages schien hinter mir die Sonne direkt auf die Mauer, während hinter der Mauer ein Gewitter aufzog. In diesem Kontrast erschienen die Graffitis sozusagen in einem gänzlich anderen Licht und ich machte einige Aufnahmen:
Fotoalbum 1: Graffiti und Gewitterfront mit Sonnenschein
An dem unberührten Gelände zwischen dem Bahndamm und dem Recyclinghof ist die Natur sich selbst überlassen und niemand macht mit Riesenrasenmähern alles nieder. Deshalb hat sich dort ein kleines Biotop mit Trockenrasen bilden können.
Und zwischen 2 Zügen kann man sich dann auch mal mit der Natur beschäftigen und dabei genau den Zug verpassen, auf den man gerade sehnlichst gewartet hatte. Also geht man gegentlich wieder einmal dort hin.
Fotoalbum 2: Am Bahndamm und an der Baustelle
Herbststimmung am Bahndamm
Sonnenuntergang am Kilometer 55,0 am 02. Dezember 2009
Gestern war ein toller Sonnenuntergang. Leider war ich an der falschen Stelle und kam auch zu spät. Heute schien es ähnlich schön zu werden. So ging ich zum Bahnkilometer 55,0. Um 16.32 Uhr überraschte mich dann aber ein A380 der Emirates, der wohl gerade eine Warteschleife flog. Mit dem hatte ich natürlich überhaupt nicht gerechnet. Zur gleichen Zeit kam aber auch noch hinter mir ein Güterzug, bespannt mit 185 512-1 der Rostock Port, dessen Lokführer den Stromabnehmer falsch gesetzt hatte. Eigentlich ist es ja üblich, den hinteren Stromabnehmer an den Fahrdraht zu legen, damit nicht im Falle eines Stromabnehmerschadens auch noch die Lok beschädigt wird. Die Kamera, die auf Sonnenuntergang eingestellt war, mußte nun erst einmal die Riesenflieger ablichten. Den Güterzug, der mich von hinten überraschte, erwischte ich nur noch von der Seite. Und mit dem erhofften schönen Sonnenuntergang wurde es auch nichts, denn es zogen mehr Wolken als erwünscht auf. Als Entschädigung durfte ich einige bekannte Krähen füttern, bevor ich mit Toby vondannen zog.
Am 07. Januar 2010 wollte ich nach dem Eisvogel bei Kilometer 55 sehen. Ich sah, wie das Signal in die Fahrtstellung ging und also ein Zug aus Richtung Hamburg zu erwarten war. Welche Überraschung: Es kam ein Lokzug mit 3 Lokomotiven und in der Gegenrichtung kam die Regionalbahn nach Hamburg. Eine schöne Begegnung. Leider war es tiefster Winter und nicht nur kalt sondern auch kaum hell.
Und anschließend kam noch der Mini-ICE von Hamburg nach Lübeck:
Vorbeifahrt von 2 Regionalexpreßzügen am Bahnkilometer 55,0 mit ordentlicher Schneewolke.
Sonnenuntergang am 20. Januar 2010 bei Kilometer 53
Der Mini-ICE von Lübeck nach Hamburg fährt der Sonne hinterher. Ab heute "trockene Kälte" aus dem Osten, sagt der Wetterbericht. Das sollte eigentlich ein kleines Video werden. Aber er überraschte mich leise und von hinten. Außerdem war er pünktlich, obwohl es doch tiefster Winter ist. Sehr ungewöhnlich!
Am Bahnkilometer 48 kichert dieser Gaul. Er kennt jeden Zug und weiß genau, ob ein Zug pünktlicht ist oder später.
20. Februar 2010 bei km 55,0 - Unfall mit der Bahn - Tote Waldohreule
Die Eisvögel an der Rahlau waren nicht zu finden. Die haben es in diesem strengen Winter besonders schwer, zumal nun auch noch täglich Abwasser in die Rahlau eingeleitet wird. Polizei und Feuerwehr waren schon mehrfach vor Ort, geändert hat sich trotzdem nichts. So ging ich heute mal den Weg an der Bahn zurück, was in letzter Zeit eher selten der Fall ist. Und dort fand ich die tote Eule, getötet durch den Zusammenprall mit einem Zug. Ganz Hamburg ist noch immer mit einer geschlossenen Schneedecke bedeckt. Da ist es auch für die Eulen nicht einfach an Beute zu kommen. Die ersten Sonnenstrahlen in den letzten zwei Tagen haben den Schotter abgetaut. Und da ziehen sich die Beutetiere hin. Und das war wohl der Tod dieser Eule. Sie lag völlig zerschmettert direkt neben dem Gleis.
Am 18. März 2010
flog ein Flugzeug über Tonndorf eine Warteschleife und hinterließ diesen Kondensstreifen als Vollkreis. Von der Vulkanasche des Eyjafjallajökull war da noch nicht die Rede.
Am 10. April 2010 war das größte Transportflugzeug der Welt zum ersten Mal in Hamburg. Der sechsstrahlige Riesenflieger kann 250 Tonnen transportieren. Hier ist er mit einer Laserschweißmaschine von Hamburg-Fuhlsbüttel nach China unterwegs. Eigentlich wollte ich Züge fotografieren. Doch dann hörte ich ein mir völlig fremdes Fluggeräuch, sah die verspätete Antonow und hielt die Kamera drauf. Wegen des Gegenlichtes und der großen Entfernung fand ich sie im Fokus kaum wieder.
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