WSL-Logo820. Hafengeburtstag in Hamburg
am Freitag, 15. Mai 2009, Uhrzeit siehe unten rechts

Diese Unwetterfront traf den Hafengeburtstag völlig unvorbereitet und mit voller Wucht!

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Der Hafengeburtstag wird immer Anfang Mai von Freitag bis Sonntag gefeiert.

Am Donnerstag hatte ich noch überlegt, ob ich am Sonnabend oder am Sonntag zum Hafen fahre. Weil aber nicht nur 100tausende Besucher da sein würden, sondern viel viel mehr, entschloß ich mich für den Freitag. Ich hoffte natürlich auf weniger Zuschauer und vor allem auf gutes Wetter. Von beiden wurde ich herb enttäuscht.

Von Tonndorf wollte ich mit der Regionalbahn der DB fahren. Fahrkarten muß man an einem der zwei Automaten kaufen. Das kann dauern! Am linken Fahrkartenautomaten versuchte eine junge Frau ihr Glück, aber ohne Erfolg. "Mein Automat" hatte eine beschädigte Scheibe und machte deshalb sowieso nicht, was ich von ihm erwartete. Nach einigen vergeblichen Versuchen tauschten wir die Fahrkartenautomaten. Weil ich passend Geld hatte, bekam ich meine 9 Uhr-Tageskarte schon im zweiten Versuch. Die junge Frau nahm dann auch "meinen" Automaten, der nun wohl etwas Kleingeld hatte und wechseln konnte. Beim ersten Versuch hatte mir der Automat eine verblüffend preiswerte Karte angeboten. Neuer Versuch, neues Glück, nun richtiger Preis und dann das Kribbeln in der Magengegend: Kriege ich nun auch das, was ich wollte. Erleichterung, Karte und Geld stimmten.

Also ab zum Bahnsteig, denn der Zug müßte gleich kommen. Es kam tatsächlich bald einer, fuhr aber mit Karacho an uns vorbei und ließ uns einfach stehen. Es war ein verspäteter Regional-Express. Unser Zug hatte natürlich auch Verspätung. Auf der Strecke wird ja schließlich gebaut. Und Pünktlichkeit gab es früher mal bei der Eisenbahn, aber schon ganz früher. Ich kann mich kaum noch daran erinnern.

Dieser Mehdorn hatte ja eine Börsenbahn daraus machen wollen. Bis zur Bösenbahn hatte er es schon geschafft! Mit der Börsenbahn ging allerdings alles ordentlich daneben. Das Unternehmen Zukunft, wie es auch einmal hieß, wurde mehr und mehr ein Spionageunternehmen. Der NEUE räumt ordentlich auf und entließ schon einige Manager. Hoffentlich wird die Bahn nun sauberer und vor allen Dingen wieder pünktlich. Da auch der neue Bahnchef nicht vom Fach ist, wird es wohl auch nicht besser werden.

Von Tonndorf bis Hamburg Hbf braucht die RB nur 9 Minuten. Aber die am Fahrkartenautomaten vertrödelte Zeit einschließlich des notwendigen Früherkommens zum Automaten und dazu die Verspätungen fressen jeden Zeitgewinn gleich mehrfach wieder auf. Fährt man mit dem Bus, benötigt man  zwar mehr Zeit, bekommt dafür aber den Fahrschein streßfrei persönlich vom Busfahrer.

Deshalb bin ich einen Zug eher gefahren und konnte mir so quasi als Zugabe den Wochenendtrubel auf dem Hamburger Hauptbahnhof ansehen. Menschen, Menschen und nochmals Menschen. Und auf jedem Gleis Züge, manchmal sogar zwei! Man kam kaum vorwärts. Oh Gott, dachte ich, die wollen doch nicht etwa alle zum Hafengeburtstag?
Na ja, mit soviel Gepäck wollten die wohl eher nicht alle zum Hafengeburtstag.

Hamburg Hauptbahnhof am Freitag NachmittagHamburg Hauptbahnhof am Freitag Nachmittag, wegen Polzeieinsagtz wird gleich ein ganzer ZUg leergemachtHamburg Hauptbahnhof am Freitag Nachmittag, Grafitti-Ausstellung
 

So wuselte ich mich zur U3 durch. Die kam im Gegensatz zur DB sogar pünklich, war aber voll, nein, das ist das falsche Wort. Sie war überfüllt und man kam kaum hinein. "Stapelt euch", rief ich und kam noch mit. Und die wollten nun wohl fast alle in Richtung Landungsbrücken fahren. Das kann was werden! Spätestens jetzt wußte ich, was mich am Hafen erwarten würde.

So versuchte ich erst einmal eine HVV-Fähre zu erwischen. Die bietet gleich eine kostenlose Hafenrundfahrt an. Sie ist nämlich mit der Tageskarte schon bezahlt. Auf der Fähre hieß es dann, auf der richtigen Seite mit dem Fotoapparat in Stellung zu gehen, was bei dem Gedränge nicht ganz einfach war. Hinwärts steuerbords und zurück backbords. Das klappte auch ganz gut. Durch den Wellengang wurden aber manche Fotos zu Schaukelbildern grins. Ein paar kann ich dennoch zeigen:

820. Hafengeburtstag in Hamburg820. Hafengeburtstag in Hamburg, der Mann auf der Tonne820. Hafengeburtstag in Hamburg820. Hafengeburtstag in Hamburg820. Hafengeburtstag in Hamburg820. Hafengeburtstag in Hamburg820. Hafengeburtstag in Hamburg820. Hafengeburtstag in Hamburg820. Hafengeburtstag in Hamburg820. Hafengeburtstag in Hamburg820. Hafengeburtstag in Hamburg820. Hafengeburtstag in Hamburg

 

Als ich sah, wie viele Leute inzwischen an den Landungsbrücken standen, verging mir das Aussteigen und ich fuhr eine weitere Runde mit der Fähre. In Övelgönne war auch schon viel Betrieb und so stieg ich an den Doklands aus, wo ich fast ungestört war. Niemand drängelte, niemand schubste. Leider war nun der Hintergrund für die Bilder häßlich. Da waren die Eier der Kläranlage in jedem Bild zu sehen. Alles Gute ist eben selten beisammen.

Als die Einlaufparade zu Ende war, fuhr ich mit der nächsten Fähre nach Övelgönne zurück und genehmigte mir eine kühles Bierchen in der dortigen urigen Einmannkneipe und machte mich dann zu Fuß auf den Weg zu den Landungsbrücken, immer am Elbhang entlang. Von dort aus gab es hin und wieder einen schönen freien Blick über den Hafen.

An den Landungsbrücken angekommen, suchte ich mir ein gutes Plätzchen gegenüber dem Ponton, von dem die Fallschirmspringer mit einem Hubschrauber starten wollten. Das war nicht ganz einfach. Auf der oberen Plattform fand ich dann doch noch einen absturzsicheren Platz mit nicht verstellbarer Aussicht. Als die Fallschirmspringer starten wollten, war es schon sehr windig und man sah eine Unwetterfront nahen. Kaum war der Hubschrauber aufgestiegen, ging es mit dem Unwetter auch schon los. Es regnete heftig und die Zuschauer suchten eilig nach einem Regenschutz. Regenschirme waren allerdings vollkommen nutzlos, weil sich das Wetter inzwischen zum Sturm gewandelt hatte. Auch den Fotoaparat stillzuhalten, war nicht möglich. Zudem war es inzwischen so dunkel geworden, daß im Hafen die Positionslichter gesetzt wurden.

Nachdem ich ziemlich durchgeweicht war, beschloß ich den planmäßigen Rückzug nach Hause anzutreten. Leider haben wohl die meisten so gedacht. Zum U- und S-Bahnhof Landungsbrücken war ein Durchkommen nicht mehr möglich. Dort wollten schließlich Zigtausende hin, auf der Flucht vor dem Unwetter. Aber alle hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Kein Zug fuhr mehr. Es ging das Gerücht um, daß weder die U-Bahn noch die S-Bahn fahren würde. Und Busse sowieso nicht, weil ja die Straßen wegen des Hafengeburtstages alle gesperrt waren. So machte ich mich vom Wind geschoben auf in Richtung U-Bahnhof Baumwall, immer unter der Hochbahn entlang, obwohl es darunter auch nicht trockener war. Unterwegs kam ich an einer stehenden U-Bahn vorbei. Die stand dort schon eine Weile, weil der Sturm ein Zelt auf die Gleise geweht hatte. Die S-Bahn fuhr auch nicht mehr. Die stand vor einem entwurzelten Baum. Damit war klar, daß es noch Stunden dauern würde, bis hier wieder etwas fuhr. So ging ich zu Fuß weiter in Richtung Stadtmitte, erreichte einen S-Bahnhof und eine S-Bahn, mit der ich wie ein Hering eingefercht bis zum Hauptbahnhof kam. Meine Regionalbahn in Richtung Tonndorf war laut Fahrplan bereits vor 10 Minuten abgefahren. Trotzdem ging ich zum Bahnsteig. Tatsächlich stand da eine Regionalbahn in meine Richtung und so war ich schneller wieder zu Hause, als ich geglaubt hatte. Gott sei Dank, daß diese Bahn Verspätung hatte. Es war wohl das erste Mal, daß ich mich über eine Zugverspätung gefreut hatte.

Was Ihnen beim traditionellen Schlepperballett passieren kann: Bad an den Landungsbrücken

Die Termine für die nächsten Hafengeburtstage:

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2010
07. - 09. Mai
   
2011
06. - 08. Mai
 
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09. - 11. Mai
825. Hafengeburtstag
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08. - 10. Mai
 
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Hier geht es zum Fotoalbum:

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